Praxis für klassische Homöopathie und Psychokinesiologie

Homöopathische Erstanamnese

Dieses Erstgespräch dauert bei echter, guter Homöopathie zwischen 1 ½ und 2 Stunden. Unter Umständen auch noch etwas länger.

In dieser „Erstanamnese“  wird der Homöopath ungewohnt viel über Sie erfahren wollen.

Nicht nur Ihre aktuellen Beschwerden in aller Genauigkeit, sondern auch Ihre Krankenvorgeschichte, sowie die Ihrer Familie.

Es geht darum das Beschwerdebild und die persönlichen Besonderheiten jedes einzelnen Patienten genau zu erheben und zu verstehen. Dies geschieht überwiegend im Gespräch und erfordert viel Zeit und Aufmerksamkeit von Homöopath und Patient. Es ist erstaunlich, wie viel oft schon allein dadurch geschieht, dass Patient und Behandler sich der Krankheit und ihrer Bedeutung im Leben dieses Menschen ganz zuwenden. Diesen Vorgang nennt man homöopathische Anamnese-Erhebung.

Für die Krankheit kann alles eine Rolle spielen, was es im Leben gibt:

- Empfindungen,

- Schmerzen in ihrer genauen Art, dem genauen Ort, der Zeit oder Veranlassung, den Umständen der Verbesserung oder Verschlechterung,

- der organische Befund mit allen seinen heute gut feststellbaren Untersuchungs- ergebnissen,

- das innere Befinden,

- die Stimmungen, die Gefühle, Launen, Mucken,

- persönliche Besonderheiten und Eigenarten des Menschen,

- die scheinbar gar nichts mit der Krankheit zu tun haben,

- die Lebensumstände,

- die Lebensgeschichte insbesondere aus der Zeit, in der die Krankheit entstanden ist.

Sogar die Eigenarten und Schicksalsbelastungen der Vorfahren und vieles mehr ist wichtig. Jeder "Fall" ist "einmalig", und es ist immer schlecht voraussagbar, in welchem Bereich sich das individuell Besondere finden lässt, das diesen einen Fall von Erkrankung charakterisiert. Dieser Vorgang nimmt die meiste Zeit in Anspruch und ist nie abgeschlossen.

Bei einer akuten Erkrankung erstreckt sich die Befragung auf einen zeitlich und örtlich eingeschränkten Bereich. Bei einer chronischen oder immer wiederkehrenden Erkrankung aber auf den ganzen Menschen mit all seinen Besonderheiten. Es gibt Erkrankungen da reicht das oft nicht aus, da müssen auch die Belastungen der Vorfahren mit berücksichtigt werden.

Beim 2. Schritt geht es nun darum, das homöopathische Arzneimittel zu finden, welches in der Arzneimittelprüfung ein möglichst ähnliches Erscheinungsbild hervorgerufen hat, wie es beim Patienten als Erkrankung vorliegt. Dies bezeichnet man als homöopathische Arzneimittelfindung oder Repertorisation.

Der Homöopath muss sich zunächst von den vielen Einzelheiten, die er vom Patienten erfahren hat, ein Bild machen und alles in Zusammenhang bringen. Das Verstehen der ganzen Fallgeschichte ist eine Kunst für sich. Oftmals liegt hier der Schlüssel für die Heilung verborgen.

Dann ist für viele Einzelsymptome und Wesenselemente ein eingehendes Suchen in umfangreichen Nachschlagewerken, den Repertorien, die oft einen Umfang von nicht selten 2.000 Seiten haben, notwendig. In diesen Repertorien sind alle Symptome aufgezeichnet mit den entsprechenden Mitteln, die bei der Prüfung das entsprechende Symptom hervorgebracht haben. Das Repertorisieren nimmt nicht selten 2 – 3 Stunden in Anspruch. Keiner kann die Vielzahl von Informationen im Kopf haben, die es in der Homöopathie gibt. Viel Erfahrung und das Vertrautsein mit den vielen Heilmitteln sind aber notwendig. Am besten aus Arzneimittelprüfungen, die man an sich selbst durchgeführt hat. Dadurch kann man die direktesten Erfahrungen machen, die in dem geprüften Stoff enthalten sind. Oft ist dies sehr schwierig mit Worten auszudrücken.

Das Finden dieses "homöopathischen = "ähnlich leidenden" Mittels ist oft ein sehr schwieriger Vorgang und gelingt nicht immer auf Anhieb.

Der 3. Schritt ist die Verabreichung des für den einzelnen Patienten in seiner Situation "homöopathischen" Mittels in der angemessenen Potenzierung. Dies übt den Reiz auf den Organismus aus, der die Selbstheilungskräfte gezielt zur Heilung anregen soll. Dieser Reiz darf selbstverständlich nicht ständig gegeben werden, sondern je nach Zustandsbild, Potenz und Arzneimittel in häufiger oder seltener Gabe, oft in großen, manchmal monatelangen Abständen.